09.02.2012 0
Wirtschaft: 2011 war ein zufriedenstellendes Jahr, so die erfreuliche Bilanz der Chambre de Commerce Nice Côte d'Azur
Wirtschaft an der Côte schlägt sich wacker
Die Wirtschaft an der Côte d’Azur steht so schlecht nicht da. Der Umsatz wuchs um immerhin 3 Prozent, der Export sogar um 3,5. Die Beschäftigtenzahl ist um 0,5 Prozentpunkte angestiegen.
Nach Wirtschaftszweigen legte die Bauindustrie um beachtliche 7, die Industrie um 4,5 Prozent zu - nicht schlecht bei der zurzeit in Frankreich laufenden Diskussion um die Herstellerbezeichnung «fabriquer en France». Die Dienstleistungen folgen mit 1,5 Prozent, der Handel mit 0,5 Prozent Zuwachs. Der Einzelhandel rutschte dagegen ins Minus.
In der Industrie stehen die «sciences de la vie» mit 7 Prozent Anstieg ganz vorne, das sind alle
Zweige von Feinchemie über Arzneimittel, Medizin generell, Aromate und Parfums, Kosmetik und Biologie,
die überwiegend im Raum Grasse,
Carros und Nizza angesiedelt sind.
Am unteren
Ende steht die Kommunikations- und
Informationstechnik, schwerpunktmässig im Raum Sophia-Antipolis, mit einem erneuten
Rückgang ( von 3,8 auf 3,6 Milliarden Euro). Die Branche leidet unter Auslagerungen in Billigländer. Zum Glück bleiben Forschung und Entwicklung meist am Ort und somit auch ein Großteil der Arbeitsplätze.
Kontrastreich ist der Arbeitsmarkt. Einer leicht verbesserten Beschäftigungslage mit Schaffung neuer Arbeitsplätze steht eine erhöhte Arbeislosigkeit (+ 8,4 Prozent) gegenüber, resultierend aus einer Nord-Süd-Wanderung und den nachwachsenden starken Geburtsjahrgängen. Ende November zählte man im Département immerhinb 51.700 Arbeitslose.
In unserer Region ist man zu Recht auf das florierende Kreuzfahrtgeschäft stolz. Allerdings war 2011 für den Sektor nur ein mittelmässig Geschäftsjahr. Die Passagierzahl ging leicht um 1 Prozent auf 675.328 zurück, Nizza-Villefranche verlor 4 Prozent, Cannes-Antibes gewann dagegen 7 Prozent hinzu. Und auch von einer Tourismuskrise kann an der französischen Riviera keine Rede sein. Der Flugverkehr legte mit 8 Prozent kräftig zu, Hotellerie und Restaurants konnten nicht klagen.
Im Hinblick auf die Entwicklung für 2012 zeigen sich die Präsidenten Kleynhoff (CCI Nice) und Grosso (Unternehmerverband ) für Industrie und Dienstleistungen zuversichtlich, für das Baugewerbe und den Handel eher skeptisch.
Doch es besteht Hoffnung, dass auch die lokale Wirtschaft von den jüngst von Präsident Sarkozy angekündigten Fördermaßnahmen, wie die Senkung der Arbeitgeberabgaben und die Lockerung der Bebauungsvorschriften profitiert.
Jörg Langer
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