10.02.2012 1
Service: Wie die Internationale Medienhilfe feststellt, können selbst in Europa Journalisten nicht überall frei zu Werke gehen
Keine Pressefreiheit in Frankreich
Die Minderheitenmedien der Bretonen, Korsen oder Elsässer werden systematisch benachteiligt. Ihnen werden Fördergelder vorenthalten, die in Deutschland und osteuropäischen Ländern üblich sind.
Staatliche Stellen versuchen beispielsweise auch mit verschiedensten Mitteln zu verhindern, dass die über eine Million deutschsprachigen Elsässer rein muttersprachliche Medien publizieren. Bis vor kurzem war dies sogar noch bei Strafe verboten. Insbesondere Sport- und Jugendnachrichten sollen nicht auf Deutsch erscheinen.
Frankreich erkennt offiziell nicht an, dass es in seinen Grenzen Minderheiten gibt. Deshalb hat die Pariser Zentralregierung auch bis heute nicht die Europäische Minderheitencharta sowie die Europäische Charta der Regionalsprachen ratifiziert. Die Situation der Elsässer ist damit erheblich schlechter als die von deutschsprachigen Minderheiten in Rumänien oder Ungarn.
IMH/dafm.de
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Kommentar von walter werner | 19.03.2012
Ich lebe hier in unmittelbarer Nachbarschaft zu meinen elsässischen Nachbarn
in Frankreich.Mir sind die in Ihrem Artikel geschilderten Probleme nicht fremd.
Seit jahrzehnten erlebe ich, wie Frankreich versucht, die elsässische Sprache und Kultur zu unterdrücken. Die elsäsischen Gemeinden haben auch versucht
für deutsche Besucher, die elsässische Sprache zu nutzen, indem an den Ortseigängen Schilder angebracht wurden, mit der Aufschrift " wir sprechen deutsch " die dann aber wahrscheinlich auf politischen Druck hin wieder schnell entfernt werden mussten.Die elsässische Sprache ist eine
allemanische Mundart, die auch hier auf der deutschen Seite gesprochen wird. Gerade diese Gemeinsamkeit war es doch, dass in den vergangenen 60 Jahren, die Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft und auch besonders zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beigetragen hat.
In letzter Zeit ist auffallend, wie die Menschen sich hier verändert haben.
Der " Elsässer " bekannt auch dafür, dass er neben arbeiten auch gut zu leben und Feste zu feieren versteht macht neuerdings einen sehr bedrückten
und unzufriedenen Eindruck.Die Menschen sprechen nicht mehr so offen und der Umgangston ist rauher geworden,was sicher mit dem von Ihnen genannten Problemen zu tun hat.Schade, dass die Zentralregierung in Paris in den vergangenen 60 Jahren nichts dazu gelernt hat.
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