23.09.2011 0
Monaco: Only Watch: Versteigerung außergewöhnlicher Zeitmess-Unikate heute um 16 Uhr im Hotel Hermitage
Zeit für Forschung
Bis zu 500 000 Euro sollen einzelne Uhren einbringen; es kann auch online und per Telefon mitgeboten werden.
«Only Watch» heißt die Aktion, die seit 2005 im Zweijahres-Rhythmus gemeinsam von der Association Monégasque contre les Myopathies (AMM), dem auf Uhren spezialisierten Auktionshaus Antiquorum und dem Team der Monaco Yacht Show organisiert wird. Sämtliche Einnahmen fließen in führende Forschungsprojekte weltweit, eine Million Euro konnte so seit 2006 jährlich zur Verfügung gestellt werden.
«Vielleicht hilft uns in diesem Jahr die instabile Lage auf den Finanzmärkten», sagt Luc Pettavino, der Kopf von «Only Watch» und Mitbegründer der AMM. «Bei uns können die Leute in eine wertvolle Uhr investieren, so wie sie heute wieder in Gold anlegen.»
Pettavino, seinerzeit langjähriger Direktor der Monaco Yacht Show und Vater eines an der Duchenne-Muskeldystrophie erkrankten Sohnes, nutzt sein kreatives Potenzial seit vielen Jahren, um der Forschung finanziell auf die Sprünge zu helfen – «als Vater, dessen Beruf es erlaubt hat, wichtige Menschen zusammenzubringen».
Vor den Uhren waren es Einzelstücke aller Art wie etwa ein Smart («Only One»), davor Kunstwerke, die er versteigerte. Der Erfolg gibt ihm und der monegassischen AMM sowie dem international ausgerichteten ICE-Programm (International Collaborative Effort for Duchenne Muscular Dystrophy), für die er steht, Recht. «Das Prinzip der AMM, in der Welt führende Gruppen gezielt an einen Tisch zu setzen und zur Zusammenarbeit zu stimulieren, um den Fortschritt zu beschleunigen und Konkurrenzgräben zu überwinden, hat in sehr kurzer Zeit viele und schöne Früchte getragen», so Thomas Voit, Professor an der Pariser Pierre-et-Marie-Curie-Universität, der auf dem Gebiet der Duchenne-Muskeldystrophie forscht.
Er ist optimistisch, dass die Lebenserwartung der Erkrankten in naher Zukunft um rund 20 Jahre angehoben werden könne, mittelfristig sogar eine Heilung machbar sein sollte. Aktuell liefen mit ersten Patienten Erfolg versprechende klinische Studien zum «Exon Skipping». Diese Strategie ziele darauf, das bei Erkrankten defekte Gen zu korrigieren – ein Unterfangen, das lange unlösbar schien, in den letzten fünf Jahren jedoch in greifbare Nähe gerückt sei.
Aila Stöckmann
Die Duchenne-Muskeldystrophie ist eine X-chromosomal rezessiv erbliche Erkrankung, die also nahezu ausschließlich Jungen betrifft. Mit einem betroffenen Jungen auf 3500 Geburten ist sie nach der Mukoviszidose die zweithäufigste schwere angeborene Erkrankung des Menschen. Die Erkrankung zeigt sich zuerst im Kleinkindesalter durch eine Schwäche der Beine, etwa beim Treppensteigen oder Hüpfen. Sie schreitet dann rastlos fort, führt zum Gehverlust meist zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr und im weiteren Verlauf zur allmählichen Lähmung aller Skelettmuskeln. Durch bessere palliative Behandlungsverfahren als noch vor 20 Jahren ist in Europa und den USA die Lebenserwartung heute auf rund 30 Jahre angestiegen.
T. Voit
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