03.07.2011 6

Monaco: Die wundervolle Märchenhochzeit wird in die Geschichte eingehen – Die RCZ war live dabei

Fürstin Charlene verzauberte alle!

Zum Teufel mit bösen Zungen, Missgunst und Boshaftigkeit! Alberts und Charlenes Hochzeit ließ Monaco am Sonntag ein wahrhaftiges Märchen erleben, das in die Geschichte des Fürstentums eingehen wird. Ein Fürstentum, das alle Register zog, damit dieser Tag für alle unvergesslich bleibt. Châpeau vor der nahezu perfekten Organisation, die genau das verwirklichte, was das Brautpaar sich gewünscht hatte: ein volksnahes Fest der Freude unter freiem Himmel. Doch es waren in erster Linie Albert und Charlene selbst, die die Menschen durch ihre anrührende Authentizität begeisterten und in ihren Bann zogen.

Das Brautpaar
Das Hochzeitspaar beim Verlassen des Ehrenhofes. Foto: Ed Wright

Um Punkt 17 Uhr, fünf Minuten nach ihrem Bräutigam, trifft die Braut am Samstag, dem 2. Juli auf dem festlich geschmückten Palastplatz ein. Das schlichte, von Giorgio Armani entworfene Satinkleid mit langem Seidenschleier und fünf Meter langer Schleppe unterstreicht ihre natürliche, grazile Persönlichkeit, gibt ihr gleichzeitig auch etwas Majestätisches.

2500 Arbeitsstunden, 40 000 Swarovski-Kristalle, 20 000 Perlmutt-Tropfen, 30 000 vergoldete Perlen, 700 Anprobestunden und insgesamt 130 Meter Satin- und Organzaseide … angesichts eines solchen Kunstwerks war weiterer Schmuck überflüssig. Und so trägt Charlene weder Diadem noch Collier, lediglich eine wundervolle Kreation aus winzigen Diamanten und Weißgold hält ihre Hochfrisur. Der Brautstrauß, ebenfalls von Armani erdacht und von monegassischen Floristen umgesetzt, besteht aus Freesien, Orchideen und Maiglöckchen, der Lieblingsblume der Braut.

An der Seite ihres sichtlich gerührten Vaters schreitet die schöne Südafrikanerin unter den Hochrufen der Gäste über den viele viele Meter langen roten Teppich zum Palast, auf der die Flagge ihres Landes und die des Fürstentums wehen. Entzückend anzusehen, folgen ihr sieben kleine Mädchen in monegassischer Tracht. Auf Wunsch von Prinzessin Caroline wurden deren Kleider von der Schneiderei des Balletts von Monte-Carlo angefertigt.

Schaulaufen der internationalen «Haute Volée»

Vor Charlenes Auftritt hatte es ein Schaulaufen zahlreicher gekrönter Häupter und anderer Persönlichkeiten in protokollarisch streng eingehaltener Reihenfolge gegeben. 800 Personen hatten das Privileg, im Ehrenhof direkt an der Zeremonie teilzunehmen. 3000 weitere geladene Gäste saßen auf dem Palastplatz und verfolgten das Geschehen auf Riesenbildschirmen, die auch überall in der Stadt installiert waren. Der Fernsehsender ZDF erreichte mit seiner Direktübertragung in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine bemerkenswerte Einschaltquote von 37,6 Prozent.

Gezeigt wurde unter anderem die Abfahrt der Ehrengäste vom Hôtel de Paris, die wenig später mit der BMW-Flotte den «Rocher» erreichten, die monegassische Altstadt. Sie waren zahlreich der Einladung ans Mittelmeer gefolgt, hier nur eine kleine Auswahl: das schwedische Königspaar Carl Gustav und Silvia mit seinen Kindern Victoria, Madeleine und Carl-Philip sowie Schwiegersohn, Belgiens König Albert II. mit seiner Frau Paola, Prinz Willem Alexander und Maxima von Holland, Kronprinz Frederik von Dänemark mit seiner Frau Mary, der norwegische Kronprinz Haakon mit Mette-Marit, Prinz Edward von England vertrat die Queen, der deutsche Bundespräsident Christian Wulf mit Frau, die frühere Kaiserin von Persien Farah Diba, Leopold und Ursula von Bayern, Modedesigner und enger Freund von Prinzessin Caroline, Karl Lagerfeld, Prinzessin Ira von Fürstenberg, Bernadette Chirac, Naomi Campbell, FIA-Präsident Jean Todt und natürlich Giorgio Armani. «Beautiful people» aus aller Welt, hinreißende Kleider und ausgefallene Hutkreationen bestimmten das bunte Bild. «Last but not least», traf Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy ein, ohne seine schwangere Carla.

Und dann die Familie des in der crème-farbenen Sommer-Uniform der monegassischen Carabiniers gekleideten Bräutigams: Die Damen schienen sich bezüglich der Farben abgesprochen zu haben: Zartes Rosa trugen Prinzessin Caroline (mit elegantem, riesengroßen Hut), ihre Schwester Stéphanie, deren jüngste Tochter Camille und auch Carolines Tochter Charlotte, die unter den weiblichen Gästen allen die Show stahl mit ihrer einzigarten mediterranen Schönheit. Charlenes Mutter trug ebenfalls ein blassrosa Ensemble. Sie wirkte stets sehr gefasst, fast gelassen, heiter. Bei ihrem Anblick wird klar, von wem Charlene ihre Haltung und ihr Aussehen hat.

Andrea Boccelli singt das Ave Maria und alle bekommen Gänsehaut

Schließlich steht das Brautpaar vor dem Altar zwischen der imposanten doppelten Freitreppe im Ehrenhof des Palastes. Monacos Erzbischof Bernard Barsi, langjähriger Vertrauter der Grimaldi-Familie, beginnt die religiöse Zeremonie. Das musikalische Programm wird sehr einfühlsam vom Philharmonischen Orchester von Monte-Carlo, der Oper von Monte-Carlo und dem Kinderchor der Kathedrale von Monaco durchgeführt. Unter den Ausnahme-Sängern auch die deutsche Wiebke Lehmkuhl.

Nachdem Albert und Charlene endlich beide "Oui" gesagt haben – sie ein wenig emphatischer als er – tauschen sie die Eheringe. Alexandra, die Tochter von Prinzessin Caroline und Prinz Ernst August, reicht dem Erzbischof ein fein besticktes Kissen, auf denen die von Cartier kreierten, 18-karätigen Platin-Ringe mit einem Bändchen befestigt sind. Die Brautleute stecken sie sich gegenseitig an. Nach katholischem Ritual reichen sich die Vermählten dann die linken Hände. Sanft flüstert Albert seiner Frau etwas zu: Charlene hatte den rechten anstatt den linken Arm erwischt. Als wollte er sich für die kleine Berichtigung entschuldigen, zwinkert er ihr verschwörerisch zu. Seine Augen schimmern feucht, wie auch die von Charlenes Eltern.

Sie selbst, die Hauptperson des Tages, scheint wie entrückt. Als könnte sie immer noch nicht fassen, was ihr geschieht. Mal senkt sie den Blick, mal hebt sie ihn zum Himmel empor. Und immer wieder dieses Sphinx-artige Lächeln. Keine Träne. Doch: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen!

Bewegung bringt die Sängerin Pumeza Matshikiza mit dem rhythmischen südafrikanischen «Clicksong», der den Brautleuten traditionell Gück bringen soll. Eine Melodie, die sich von Mozarts «Krönungsmesse» deutlich abhebt.

Und dann bekommt so mancher eine Gänsehaut, als der blinde Tenor Andrea Boccelli Schuberts «Ave Maria» singt - gibt es einen emotionsreicheren Moment? Ja! Nur Geduld!

Nun schreitet das frisch verheiratete Ehepaar erst einmal mitten durch die begeisterte Menschenmenge Arm in Arm zur Limousine, die es für die Fahrt zur Kapelle Sainte Dévote erwartet. Die Gäste auf dem Palastplatz lassen Charlene und Albert hochleben, ein Regen von weißen Rosenblättern geht auf die beiden nieder und bedeckt den roten Teppich wie Schneeflocken.

Nun weint auch die Braut

In der nachtblauen Lexus-Limousine mit offenem Dach sitzt das Fürstenpaar Hand in Hand. Geschafft! scheinen sie zu sagen. Am Straßenrand winken ihnen Monegassen und Touristen zu, schwenken Fähnchen. Das Fürstentum ist glücklich. An der Kapelle Sainte Dévote, die der Schutzheiligen der Grimaldi-Familie und des Landes gewidmet ist, werden die beiden von einer aufgeregten Menschenmenge erwartet. Bis Charlene ausgestiegen ist, dauert es eine Weile: Die Schleppe ist immerhin fünf Meter lang! Ein Carabinier hilft ihr, die Stoffbahn zu entfalten.

In dem stimmungsvollen Kirchlein ist es dann plötzlich um die bisher an den Tag gelegte Beherrschtheit der Braut geschehen. Welch ein Kontrast zu den soeben beendeten Feierlichkeiten im Palast! Es befinden sich etwa 20 Personen in dem winzigen Gotteshaus, einfache Menschen ohne Titel und Geschmeide. Sie gehören dem katholischen Verein FAR ein, dessen Ehrenpräsident Fürst Albert II. ist. Die Sopranistin Marie-Clotilde Würz-De Baets und ihre elfjährige Tochter Juliette singen ein Lied zu Ehren der Jungfrau Maria.

Charlene laufen die Tränen nur so runter, immer wieder schaut sie hilfesuchend ihren Mann an. Der versucht, sie durch kleine Gesten zu beruhigen. Wer bisher nicht gerührt war unter den Zuschauern, braucht jetzt dringend ein Taschentuch. Vor den Riesenbildschirmen brandet Applaus auf. Menschen wollen Emotionen! Und Charlene, die von den Medien oft als kühl und unnahbar geschildert wurde, zeigte in diesem Moment ein Stück ihres wahren Ichs.

Lange hält Charlene vor dem Altar der Schutzheiligen inne, an dem Sie schließlich ihren Brautstrauß niederlegt, wie es die monegassische Tradition will.

Die Dudelsackspieler vor der Kapelle trocknen alle Tränen und schon geht es zurück in den Palast. Albert winkt eifrig den Schaulustigen zu, Charlene erscheint – kein Wunder – ein wenig erschöpft.

Es ist 19 Uhr und in zwei Stunden beginnt das Galadiner auf der Terrasse des Spielcasinos. Etwa 400 erlesenste Gäste werden mit einem von Sternekoch Alain Ducasse erschaffenen mediterranen Menü verwöhnt. Eine Riesen-Hochzeitstorte und ein gigantisches Feuerwerk sind die Krönung des Abends.

Dann, als kämen sie gerade aus der Sommerfrische, eröffnen der Fürst und die Fürstin den Ball in der angrenzenden Oper. Charlene wieder in Armani, diesmal ein ecru-farbenes Kleid aus Mousseline-Seide mit fließenden Volants: atemberaubend schön und elegant wie im Märchen.

Petra Hall

Die ersten Fotos von der Hochzeit finden Sie auf unserer Fotogalerie. Weitere Bilder folgen!

Share |

Zurück

Kommentare

Kommentar von Babara Berthold | 03.07.2011

Warum sagten Charlene und Fürst Albert II nur "WER" und nicht "Ja" zueinander. Vielleicht erklärt dies Ihren traurigen Blick während der Hochzeitszeremonie.

Kommentar von DMC | 04.07.2011

Bei aller Sympathie für Albert und Charlene, dieser Artikel ist Hofberichterstattung pur und trieft vor Trivialitäten und Banalitäten nur so. Der Autor sollte sich noch einmal um eine seriöse Journalistenausbildung bemühen....

Kommentar von riccarda | 04.07.2011

es war eine sehr schöne hochzeit;)

Kommentar von Christian | 05.07.2011

Bei meiner Zeitungslektüre stieß ich in der Berliner Zeitung auf einen ausführlichen Artikel über die RCZ. Hier der Link: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0701/medien/0009/index.html
An dieser Stelle erneut vielen Dank für Ihre großartige Berichterstattung vom schönsten Fleck der Erde :-)

Kommentar von Torsten Kurth | 06.07.2011

Dieser Artikel ist nicht trivial geschrieben, sondern einfühlsam und mit guter Beobachtungsgabe liebevoll getextet. Kollegialer Gruß an die Autorin, welche mir die Hochzeit noch einmal mit lebendigen Schilderungen vor das geistige Auge geführt hat.

Kommentar von Hanka Bertram | 06.07.2011

Ich bezweifle trotz allem, dass es bei Charlene Freudentränen waren. Obwohl in der Bild-Zeitung meist der größte Schwachsinn steht, halte ich die Theorie weiterer unehelicher Kinder für gar nicht so abwegig. Der Fürst ist ja imemrhin ein "Player" und Frauenheld gewesen. Abgesehen davon muss man auch bedenken, dass Charlene wahrscheinlich wirklich fliehen wollte, aber geblieben ist, weil sie weder eine vernünftige Ausbildung noch Chancen auf die Fortsetzung ihrer Schwimmerkarriere hat. Man muss hier auch wirtschaftliche Absichten des Fürstentums betrachten - nicht nur Torte und Glitzerkleidchen.

Einen Kommentar schreiben

Copyright Mediterraneum Editions sarl. Teilen Sie unsere Artikel gerne mit Freunden und Bekannten, aber bitte nutzen Sie dazu ausschließlich die oben stehenden "Share-Werkzeuge". Bitte schneiden Sie keine Artikel von rczeitung.com aus, um sie im Web oder in Blogs weiterzuverwerten.

Kommentare

Bitte loggen Sie sich ein um einen Kommentar zu diesem Artikel zu hinterlassen.