31.12.2011 0

Menschen & Lifestyle: Das Jahr 2011 im RCZ-Zeitraffer

Von Traumhochzeit bis G20-Gipfel

Große Ereignisse zogen in diesem Jahr Menschenmassen und noch mehr Medieninteresse als üblich in den Süden. Die RCZ berichtete. Bei uns fanden Sie aber auch leise Töne, konnten uns in entlegene Dörfer oder zu Lesern begleiten, die uns ihre Geschichten anvertrauten. Blicken Sie mit uns zurück!

Fürstenhochzeit
Das Medienereignis des Jahres war die Hochzeit Fürst Alberts mit Charlene Wittstock Anfang Juli in Monaco

Januar
Mit fliegenden «Tigern» begannen wir das Jahr 2011. Dass sich zur Jahreswende tödliche Hubschrauberunfälle an der Riviera häuften, war ein redaktionell unbeabsichtigter Zufall. Schon lange hatten wir (und viele Leser) uns gefragt, was sich eigentlich genau hinter dem deutsch-französischen Heeresflieger-Ausbildungszentrum in Le Cannet-des-Maures im Departement Var verbirgt. Man lud uns ein, und es entstand ein Porträt des Kampfhubschraubers Tiger, des Helikopters, den das deutsche und das französische Militär gemeinsam für Krisen- und Kriegseinsätze haben entwickeln lassen und der nun seit kurzem in Südfrankreich fliegen lernt.

Alles andere als martialisch ging es bei der Reise des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo zu: Die RCZ ging mit den Musikern auf Tour nach Deutschland und konnte den wenige Monate später verstorbenen Chefdirigenten Yakov Kreizberg bei einigen seiner letzten öffentlichen Auftritte erleben.

Ebenfalls im Januar erzählten wir die unglaubliche Geschichte des Elektrikers aus Mouans-Sartoux (Alpes-Maritimes), der 271 Original-Picasso-Werke im Wert von geschätzten 60 bis 80 Millionen Euro in seiner Garage verstauben ließ. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen – die RCZ bleibt dran!

Februar
Im Februar empörten wir uns gemeinsam mit vielen Lesern über die Gartenfeuer, die zwischen Marseille und Genua zwar jedes Winterhalbjahr aufs Neue so manchem Gartenbesitzer das Leben erleichtern – seinen Mitmenschen aber nicht nur auf die Nerven, sondern auch an die Gesundheit gehen. Ob sich die winterlichen Rauchschwaden je lichten werden?

Fast ebenso viel Optimismus braucht man, um an die im Februar für 2018 versprochene Anderthalb-Stunden-Zugverbindung von Nizza nach Genua zu glauben. Heute müssen Bahnfahrer die doppelte Zeit einkalkulieren.

März
Museen erleben einen Boom an der Côte, betuchten Sammlern sei Dank: Schon vor Menton, das im November sein Cocteau-Museum eröffnete, war Mougins soweit: Seit Ende März begeistert dort das «Museum der klassischen Kunst» mit antiken Schätzen, aber auch modernen Exponaten.

Im gleichen Monat nahmen wir unsere Leser außerdem mit ins Künstlerdorf Castillon im Hinterland von Menton, erklärten ihnen, wie leicht Defibrillatoren Leben retten können, während Palmenrüsselkäfer es zerstören und ließen Stéphane Hessel mit seinem Manifest «Empört Euch!» zu Wort kommen. Außerdem schrieben wir von der überwundenen Krise der Wirtschaft in den Alpes-Maritimes – ein Bericht, der heute, neun Monate später, sicherlich anders ausfiele.

April
Und? Haben Sie Ihr Rad schon gesattelt und einen der vielen in den letzten Jahren neu entstandenen Radwege ausprobiert? Im April entdeckten wir für Sie den Drahtesel neu, und siehe da: Nicht nur Mountainbiken in den Seealpen bringt Spaß – das flache Küstengebiet lädt auch weniger Sportliche zu entspannten Touren ein.

Der neue Direktor des Nice Jazz Festivals, das einige Monate später an neuem Ort glänzen würde, gab uns im April ein Interview ebenso wie Monacos Staatsminister Michel Roger, der uns von seinen Modernisierungsplänen berichtete. Einblicke in ihre Arbeit gewährten uns außerdem die ehemalige Primaballerina aus Paris, Claude Bessy, und zu seinem 60. Geburtstag der in Saint-Tropez schaffende deutsche Künstler Stefan Szczesny. Hinter die Kulissen zweier Mega-Events blickten wir kurz vor deren Beginn: beim Tennis-Masters von Monte-Carlo und dem zeitgleich stattfindenden Schaulaufen der Supermodels auf vier Rädern, den Top Marques.

Mai
Im Mai schafften es – ahnen Sie’s bereits? – Formel 1 und die Filmfestspiele von Cannes einmal mehr auf die RCZ-Titelseite. Der Monat stand aber auch im Zeichen der nordafrikanischen Flüchtlinge, die auf der italienischen Insel Lampedusa strandeten und sich von dort auf dem gesamten Festland verteilten, bis nach Ventimiglia. Dort strandeten viele, die weiter nach Frankreich wollten, ein zweites Mal, denn die Franzosen kappten kurzerhand die Zugverbindung ins benachbarte Menton.

Ganz beschaulich geht es im Gegensatz dazu im Dorf Mazaugues zu, durch das uns RCZ-Leserin Antje Grosse führte, ebenso wie auf jenem Bauernhof nördlich von Draguignan, auf dem sich ein Berliner für drei Monate als Aussteiger versucht hat.

Der Cepoun, der Herrscher der Stadt, weiht uns in diesem Monat in Saint-Tropez’ kaum bekannte, aber von den Einheimischen umso ernster genommene Tradition der bravade ein. Und Rallye-Fahrerin Jutta Kleinschmidt erzählt uns exklusiv aus ihren Vor-Monaco-Zeiten, als sie Motorräder noch in der Küche zerlegte.

Juni
Hohe Wellen schlug im Juni unsere Ankündigung, Frankreich wolle im Zuge seiner Sparmaßnahmen Zweitwohnsitze all derer mit einer Sondersteuer belegen, die außerhalb von Frankreich ihre Einkommensteuer entrichten. Zum Glück für viele konnten wir im Folgemonat bereits wieder Entwarnung geben: Der Gesetzesentwurf wurde abgeschmettert.

Andere, nicht weniger ärgerliche Steuern sollten folgen ... Fast im Stoff blieben wir mit unserer Sonderseite zum Thema «Erben und Vererben» und den frankreich- und italientypischen Spezifika. Wie zur Entspannung nahmen wir unsere Leser in dem Monat aber auch mit in einen der schönsten Gärten der Côte d’Azur, «Les Colombières» in Menton, und ins Château de la Moutte in Saint-Tropez – beide der Öffentlichkeit nur in Ausnahmefällen zugänglich.

Auf die Nerven ging wieder einmal die aggressive Tigermücke, während Liguriens Strände dank ihrer rekordverdächtigen Ausbeute an blauen Flaggen Lust aufs erste Bad im Meer machten. Schon im Juni brachten wir ein seitenfüllendes Interview mit dem Regisseur Andreas Dresen über seinen Film, der nun gerade in Deutschland die Gemüter durcheinanderwirbelt: «Halt auf freier Strecke».

Juli
Das Medienereignis des Jahres, mal abgesehen vom kürzlich über die Bühne gegangenen G20-Gipfel, war ganz klar die Fürsten-Hochzeit am 2. Juli. Viel ist seither spekuliert worden über das Eheglück der frisch Vermählten. Wir blieben bei den Fakten: RCZ-Redakteurin Silke Seehars recherchierte vor Ort die deutschen Wurzeln von Fürstin Charlène (in Zerrenthin/Mecklenburg-Vorpommern) und Fürst Albert (Uroma Margaretha Berg wuchs im hessischen Heppenheim auf).

«Quallenalarm» meldeten wir außerdem im Juli, nachdem wir im April noch alle Hoffnungen in ein neues Quallen-Warnsystem gesetzt hatten, das allerdings erst 2012 in Betrieb gehen soll. Zwar wurde der so wabbelige wie giftige Plagegeist pelagia noctiluca später hier und da gesichtet, trübte die Badefreuden in dieser Saison aber insgesamt nur wenig.

Wie zum Beweis hissten auch 20 Gemeinden an der Côte d’Azur die blaue Flagge an ihren Stränden als Zeichen vorbildlichen Umgangs mit der Umwelt. Doch saubere Strände und klares Wasser sind alles andere als Garanten für gefahrenfreies Tauchvergnügen. Schon im Juli mussten wir von bis dato sieben tödlichen Unfällen allein an der Côte d’Azur berichten. Anfang November erreichte die Jahres-Statistik ihren traurigen Höhepunkt mit einer 51-jährigen Deutschen, die ihren Tauchgang vor der Insel Porquerolles mit dem Leben bezahlte. Sie war das 14. Opfer 2011.

August
Glückliche Provenzalen beschäftigten uns im August. Sie gelten nämlich als besonders privilegiert, weil ihnen im Schnitt 224 Stunden pro Monat die Sonne lacht, sie außerdem vergleichsweise wohlhabend sind und eine günstigere Lebenserwartung haben als ihre Landsleute. Deutsche und Italiener seien allerdings glücklicher als Franzosen, wollen Glücksforscher erkannt haben ... Vielleicht also sollte man es doch lieber mit den alten Römern halten, die da sagten, «ein jeder ist seines Glückes Schmied».

Einen Ministerposten hat vergangenen Sommer erstmals ein Bürgermeister aus Antibes ergattert: Jean Leonetti kümmert sich seither in Paris um europäische Angelegenheiten, angeblich ohne dabei seinen Job in der Heimatstadt schleifen zu lassen.

Ebenfalls im August nahmen wir Sie mit auf die Suche nach der Farbe des Meeres. Leicht abgelenkt wurde RCZ-Redakteurin Aila Stöckmann bei ihrer Mission von Walen, Delfinen und einer dicken Schildkröte.
Kennen lernen durften Sie außerdem ein weiteres Fürstenpaar: Marcello I. von Seborga und seine Frau, die ihr märchenhaftes Reich im Hinterland von Bordighera aus dem Dornröschenschlaf holen wollen.

September
Die September-RCZ war wie immer voller Boote. September heißt nicht nur Regatta-Saison an der Riviera, sondern dies ist auch der Monat der weltgrößten Messe für schwimmenden Luxus, der Monaco Yacht Show. Wir schauten uns außerdem um an den Promi-Wohnsitzen im Süden, erinnerten an die wilden Zeiten der Stones zwischen Saint-Tropez und Villefranche-sur-Mer und schilderten Dramen von Auswanderern, deren Liebe fern der Heimat zerbrach. Seine Geschichte erzählte uns auch Pierre Gruneberg, der im Grand Hôtel von Cap-Ferrat seit 60 Jahren Weltstars das Schwimmen beibringt.

Oktober
Im Oktober ging’s wieder mal ums Sparen: Zwölf Milliarden Euro will die grande nation den Steuerzahlern abluchsen, im November wurde der Sparplan um 65 weitere Milliarden erhöht. Unter anderem sollen Feriendomizil-Verkäufer bluten: Nicht bereits nach 15, sondern erst nach 30 Jahren ist ab Februar 2012 der Gewinn steuerfrei.

Dieser Monat stand auch bereits im Zeichen des G20-Gipfels, der Anfang November in Cannes stattfinden und das halbe Departement mehrere Tage lahmlegen würde. Gut daran tat in dieser Zeit jeder, der uns zu jenen abseitigen Dörfern mit gewissem Etwas folgte, die es auf unsere Titelseite geschafft hatten. Und Ligurien rätselte unterdessen, wo die Sommergäste 2011 geblieben waren.

November
Richtig spannend wurde es in der November-Ausgabe: Die Côte erfindet sich neu, titelten wir und stellten die Mega-Bauprojekte der kommenden Jahre zwischen Marseille und Ventimiglia vor. Da wird es neue Häfen, Hospitale, aber auch weitere Einkaufszentren, Luxushotels, Museen und ein Fußballstadion geben. Nicht zu vergessen Nizzas neue Tram-Linien.

Ebenso faszinierend eine Meldung aus der Wissenschaft: Die Killeralge caulerpa taxifolia, unlängst Feind Nummer eins des Ökosystems Mittelmeer, zieht sich aus bisher ungeklärter Ursache zurück.

Zwischenbilanz zog in dieser Ausgabe Ulrich Fuchs, der Marseille und umliegende Städte zu würdigen Trägern des Titels «Europäische Kulturhauptstadt 2013» machen will.

Schließlich erzählten wir Ihnen noch von einem spannenden Tag in einer ligurischen Kommune und verrieten Ihnen, wie Picasso 1957 an einen treuen Freund, Dackel Lumpi, kam, während Fotograf David Douglas Duncan nicht zum letzten Mal in seinem Leben einen Vierbeiner unfreiwillig verlor.

Dezember
Dauerregen und das aufgebrachte Meer
verwüsteten Anfang November viele Orte in Ligurien und Südfrankreich. Wir haben versucht, das Ausmaß des Unwetters zusammenzufassen.

"Les copains d'abord!" So lautete unser Titel für die Homage an einen der bedeutendsten Chansonniers des 20. Jahrhunderts: Georges Brassens. Und natürlich durften traditionelle Spezialitäten und Tipps rund um die Feiertage im Süden nicht fehlen!

AS

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