30.01.2012 0
Kunst & Kultur: Opernfestival von Aix-en-Provence öffnet sich für zeitgenössische Komponisten
Mozart lässt Platz für Weltpremieren
Der belgische Komponist, Musiker und Intendant, der 2007 von der Brüsseler Oper nach Aix-en-Provence gekommen war, findet offenbar die richtige Mischung in Südfrankreich und hat die Besucherzahl 2011 um 15 Prozent auf über 70000 gesteigert. Auf der einen Seite pflegt Bernard Foccroulle den Ruf des Festivals als europäische Spitzenbühne, auf der anderen Seite holt er über die europäische Opernakademie junge Leuten in die Stadt und beteiligt einheimische Schulen oder Jugendorganisationen an seinen Projekten.
So wird das Kulturzentrum Bois de l’Aune im Hochhausviertel Jas de Bouffan von Aix gleich ein paar Monate lang durch das elektronische Theater LFK von Jean Michel Bruyère belegt, das schon in Berlin, Karlsruhe oder Bonn für Furore gesorgt hat. «Une situation Huey P. Newton» heißt das Projekt, das an die Gründung der Black Panther Party 1966 in Oakland erinnert und vom Duo Ya’seen Benbekhma/Ichen Bouachraoui im provenzalischen Stadtteil umgesetzt wird.
Das LFK-Projekt steht für die Verankerung in der Stadt, die zweite Welturaufführung «Written on Skin» des Komponisten George Benjamin steht für die internationale Ausrichtung des Festivals: Die Oper, die Librettist Martin Grimp auf einer okzitanischen Legende des 12. Jahrhunderts aufbaut, wird von Häusern wie dem Covent Garden in London, der Oper Amsterdam oder des Teatro del Maggio Musicale in Florenz koproduziert.
Trotz der Weltpremieren hat Wolfgang Amadeus Mozart weiter seinen Sonderplatz in Aix-en-Provence mit der «Hochzeit des Figaro» unter der Leitung des jungen Duos Jérémie Rhorer und Richard Brunel oder der «Finta Gardiniera» draußen im Park der Domaine du Grand Saint-Jean.
So unterschiedlich wie die Projekte sind 2012 die Eintrittspreise für das Festival. Jugendliche unter 30 Jahren sind mit zehn beziehungsweise 15 Euro schon bei Konzerten und Opern dabei, der Pass für alle Auftritte des Nachwuchses aus der europäischen Opernakademie kostet weiter nur 15 Euro, während die teuersten Plätze im Hof des erzbischöflichen Palastes oder im Grand Théâtre de Provence 240 Euro kosten. Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Februar im Internet (www.festival-aix.com), ab 4. Februar per Telefon unter der gebührenpflichtigen Nummer 08 20 922 923 oder unter +33 4 34 08 02 17 aus dem Ausland und ab 14. Februar vor Ort in der Boutique du Festival im Palais de l’Ancien Archevêché in Aix-en-Provence.
Peter Bausch
Copyright Mediterraneum Editions sarl. Teilen Sie unsere Artikel gerne mit Freunden und Bekannten, aber bitte nutzen Sie dazu ausschließlich die oben stehenden "Share-Werkzeuge". Bitte schneiden Sie keine Artikel von rczeitung.com aus, um sie im Web oder in Blogs weiterzuverwerten.
Kommentare
Bitte loggen Sie sich ein um einen Kommentar zu diesem Artikel zu hinterlassen.





Kommentare
Einen Kommentar schreiben