05.10.2009 0
Kunst & Kultur: Stefan Szczesny hat soeben ein Buch über Saint-Tropez herausgegeben: zum Verlieben!
Ein Tropezianer aus München
Dieses Buch tut Saint-Tropez sehr gut». Bürgermeister Jean-Pierre Tuveri ist kein Mann von leeren Lobesworten. Und tatsächlich: Stefan Szczesnys sinnlich-intellektuelles Werk über seine Wahlheimat ist von anrührender Schönheit – eine Verschmelzung von Malerei und Blick auf Land und Leute: «Durch die Augen des Künstlers ist eine subjektive, nicht kommerziell gesteuerte Collage von all dem entstanden, was Saint-Tropez in seiner höchsten Fülle zu bieten hat», sagt Szczesny. Die ästhetischen Bilder des einfühlsamen Essener Fotografen Udo Klein spielen dabei eine bedeutende szenographische Rolle.
Offenbar haben wir es mit einer natürlichen Wechselwirkung zu tun. Denn Saint-Tropez tut auch Stefan Szczesny gut. Sehr sogar. «Ich bin Patriot und hoffe, immer mehr zum Trope-zianer zu werden», verrät uns der 58-Jährige im Club 55 bei einem eisgekühlten Chardonnay. «Hier ist mein künstlerisches Zuhause. Hier, wo alle großen Meister gelebt haben – von Matisse bis Picasso. Ich habe auch Max Ernst in Seillans kennengelernt und Picasso in der Stierkampf-Arena von Fréjus gesehen. Heute bin ich außer Bernar Venet der einzige internationale Künstler, der an der Côte d’Azur lebt und arbeitet. Doch das ist wie eine Wellenbewegung, die Großen der Kunstszene werden sich hier wieder niederlassen.»
Mehr Keramiken als Picasso
Pablo Picasso, aber auch Max Beckmann sind die Vorbilder von Szczesny, der in den 1980er-Jahren als Protagonist der Jungen Wilden international bekannt wurde. «Ernst Barlach in der Heide ist es sicherlich nicht.»
14 war Stefan Szczesny, als sein Vater zum ersten Mal mit ihm ins Picasso-Museum in Antibes ging. «Für mich war der Meister ein Idol wie für andere Teenager ein Pop-Star. Die Gegend von Menton bis Arles, überall dort, wo großartige Kunst entstand, ist mir seit langem vertraut. Auch ein Besuch in Nizza-Cimiez oder in der Kapelle von Vence berührt mich immer noch zutiefst.»
Inzwischen hat der Münchner neben seinen Skulpturen einige tausend Keramiken in seinem Atelier Le Mas des Palmiers und in seiner 800 Quadratmeter umfassenden Szczesny-Factory in Berlin geschaffen – mehr als Picasso! Die Sammler seiner Werke kommen aus der ganzen Welt. SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp hat seine Skulpturen im Garten stehen.
Nachbarn Mario und Giorgio
«Nie habe ich mich in meinem Leben so integriert gefühlt wie in Saint-Tropez», schwärmt der Künstler, der mit seiner Frau Eva und den Söhnen Felix (11) und Anton (9) seit acht Jahren ausschließlich auf der Halbinsel wohnt. Die Kinder gehen in die französische Schule und sind Klassenbeste. Unter seinen Nachbarn sind Mario Adorf und Giorgio Armani. «Aber auch von den Einheimischen werden wir sehr herzlich aufgenommen und akzeptiert.
Wir lieben diese Stadt. Zuerst wollte meine Frau nicht herziehen, jetzt will sie nie wieder weg.»
«Hier vermischen sich alle Kulturen, das Ambiente ist eher unfranzösisch. Saint-Tropez ist das Spiegelbild der gesamten Welt, ein Mikrokosmos wie New York.» An diesem privilegierten Fleck treffen die wichtigsten und interessantesten Leute der Erde zusammen und entscheiden oft bedeutende Dinge, so Stefan Szczesny. «Viele wissen gar nicht, wer alles auf der Halbinsel von Saint-Tropez lebt. Hier sitzt die Welt – in jedem Haus.»
«Szczesny Saint-Tropez»
Limitierte Auflage von 1000 Exemplaren + Lithographie, 304 Seiten, Englisch; Fotos: Udo Klein, Texte: Andreas Lück; Preis 248 Euro
Das Buch und Werke von Stefan Szczesny erhalten Sie in seinen Galerien in Saint-Tropez (Espace des Lices, 7, Bd. Louis Blanc, 83990 Saint-Tropez, Tel. +33 (0)4 94 97 41 99) und Berlin (Szczesny Factory, Alt-Moabit 62-63, 10555 Berlin, Tel. +49-30-31 98 11 590)
www.stefan-szczesny.com
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