14.02.2012 0
Kunst & Kultur: Emmanuelle Béart, Juliette Binoche und Fanny Ardant im Théatre Liberté in Toulon
Drei Diven halten Wort
Die Béart hat am 16., 17. Und 18. Februar (jeweils um 20.30 Uhr) sozusagen Heimspiel: Denn sie stammt selbst aus dem Département Var, ist in Gassin geboren und übrigens erst Schauspielerin geworden, nachdem sie 1976 Romy Schneider in „Mado“ gesehen hatte.
In Toulon kehrt die 48-jährige Festival-Gewinnerin von Cannes und Berlin nach einer Pause in „Se trouver“ von Luigi Pirandello auf die Bühne zurück. Im Téatre Liberté steht die Béart als Schauspielerin Donata Genzi, die zwischen Bühnenrolle und Wirklichkeit zu unterscheiden verlernt hat, im Mittelpunkt der neuesten Regiearbeit von Stanislas Nordey (Rennes). Die Varoise kennt dieses Phänomen nach eigenen Worten zum Glück nicht. Denn: „Auf der Bühne bin ich niemals ich.“ Nach Toulon wird das Stück in Paris zu sehen sein.
Am 11. und 12. Mai folgt Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche („Der englische Patient“/Minghella) als „Mademoiselle Julie“ nach August Strindberg, aber in einer zeitgenössischen Version. Der Pariser Frédéric Fisbach, den man in Deutschland auch von den Berliner Festspielen her kennt, hat diese naturalistische Tragödie - übrigens eine Produktion des Festivals von Avignon - in Szene gesetzt. Themen sind klassischerweise wieder Liebe, Lust und Begierde vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Konventionen.
Für den Auftritt von Fanny Ardant („Eine Liebe von Swann“/Volker Schlöndorf), die bereits 1984 als „Mademoiselle Julie“ zu sehen war, gibt es noch keinen Termin. Wie verlautet, wartet die 63-jährige Actrice, nach der einer der drei Säle in dem neuen Theater an der Place Liberté („Ein großes Geschenk für mich“) benannt ist, noch auf „ein passendes Stück“. Im Grunde aber hatte die César-Gewinnerin ihr Versprechen, in dem zweiten national bedeutenden Theater der Var-Hauptstadt (Kulturminister Frédéric Mitterand) vors Publikum zu treten, spontan schon bei der Inauguration des Schauspielhauses im September vorigen Jahres erfüllt. Dort hatte sie an der Seite von Co-Direktor Charles Berling in dem Zweipersonenstück „La musica deuxième“ von Marguerite Duras (1914 -1996) brilliert und danach angekündigt: „Wenn mich Toulon noch einmal zu irgendetwas einlädt, was mir gefällt, komm ich gern wieder“.
Rolf Liffers
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