01.12.2011 0

Kolumne: Unter uns gesagt

Flutkatastrophe in Südfrankreich und Ligurien

Wie sie wohl dieses Jahr Weihnachten feiern? Ich meine die Menschen, die in Ligurien und Südfrankreich bei den schweren Überschwemmungen Mitte November alles verloren haben. Die Menschen, deren Angehörige in den verheerenden Fluten erbärmlich ums Leben gekommen sind. Aber auch alle, die jetzt vor dem existentiellen Nichts stehen. Lesen Sie mehr auf Seite 5 und 16 der aktuellen RCZ.

Woran liegt es nur, dass Heftigkeit und Häufigkeit der Katastrophen scheinbar ständig zunehmen?

Geologen haben eine plausible Erklärung dafür, dass es immer mehr zu Apokalypse-ähnlichen Phänomenen kommt: Auch vor hundert Jahren kannte die Region schwere Regenfälle. Aber damals hatte der Mensch den Flüssen noch nicht seinen Willen aufgezwängt. Mit dem Nachkriegs-Boom wurden die natürlichen Wasserläufe begradigt, einzementiert oder gar völlig überbaut wie der Paillon in Nizza. Die Immobilienbranche expandierte hemmungslos, Häuser wurden zu nahe an den vermeintlich gezähmten Flüssen hochgezogen. Profitsucht, die nun ihre Rechnung präsentiert. Die Natur fordert ihr Recht zurück.  

Und dann ist da noch der neueste UNO-Report zum Thema Extremwetter, der bestätigt, was schon lange klar ist: Wird der Ausstoß der Treibhausgase nicht drastisch eingeschränkt, werden Sturmfluten gefährlicher und Sturzregen häufiger. Ein tödlicher, menschgemachter Cocktail.

Dennoch frohe Weihnachten.

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