15.02.2012 0

Italienische Riviera: Liguriens Tourismus 2012

Rettung aus dem Ausland

Für 2012 sind die Aussichten für Liguriens Tourismusbranche nach Meinung des Präsidenten der Hotelvereinigung Americo Pilati düster. Wenn sich ein Tourist im Winter nach schönen Stränden und einem milden sonnigen Klima sehnt, wähle er eher ein Urlaubsziel auf den Malediven als in Italien.

Varigotti
Varigotti in Ligurien

Der besondere Charme der ligurischen Küste und ihres Hinterlands reiche daher nicht mehr als alleiniger Anziehungspunkt aus. Verschiedenartige Unterhaltungsmöglichkeiten und Angebote zur sportlichen Betätigung sowie kulturelle Ereignisse in den nahegelegenen Städten an der italienischen und französischen Riviera sollten noch mehr betont werden.

Auf die Taschen der Italiener schlage sich allerdings bereits der sogenannte effetto Monti, die Sparmaßnahmen der Regierung, kräftig nieder.

So erwartet Pilati, wie Il Secolo XIX berichtete, weitgreifende Veränderungen bei der Urlaubsplanung der Familien im Jahr 2012. Diesen Bedürfnissen sollte die Hotelbranche mit speziellen  Angeboten für Kurzurlaube über das ganze Jahr verteilt entgegen kommen. Außerdem fordert er eine bessere Anbindung an die nahen Flughäfen und hofft, dadurch mehr Touristen aus Nordeuropa und Russland anwerben zu können.

Besorgt zeigt sich Pilati wegen der angekündigten Erhöhung der Mehrwertsteuer, die sich spätestens auf die Bilanzen von 2013 auswirken werde. «Wir zahlen ja bereits mehr als unsere französischen und spanischen Kollegen, unsere härtesten Konkurrenten, und jetzt auch noch dieser Schlag.»

Das wichtigste Besuchersegment in Ligurien stellen Deutschland, die Schweiz und Österreich, aber auch Holland, Belgien und Skandinavien, so Mally Mamberto, Geschäftsführerin des ältesten und wichtigsten Tour-Operators der Region gegenüber der RCZ.

Mamberto Viaggi wurde 1951 von ihrem Vater Carlo Mamberto gegründet. Er war es, der die ersten Züge mit deutschen Touristen in Zusammenarbeit mit Touropa, Scharnow und Dr. Tigges nach Ligurien brachte. Heute arbeitet das Unter-nehmen mit dem Branchen-Giganten TUI, Thomas Cook, D.E.R. und anderen.

Auch Mally Mamberto blickt dem Jahr 2012 nicht sehr optimistisch entgegen: «Das Monti-Programm und die Medien machen den Italienern Angst, die Individualgäste zögern ihre Buchungen hinaus. 2011 hat Mamberto Viaggi mit einem Plus von zwei Prozent abgeschlossen – ein Wunder! Geholfen hat dabei auch das außergewöhnliche Wetter bis in den späten Herbst hinein.»

Eines steht für die dynamische Geschäftsfrau fest: «Unsere Rettung war die Zusammenarbeit mit den internationalen Reiseveranstaltern. Allein die TUI verzeichnete mit 22 Prozent eine starke Zunahme der deutschen Besucher. Bemerkenswert auch der russische Markt.»

Mally Mamberto hofft darauf, dass die ausländischen Kunden Ligurien weiterhin die Treue halten. Bis jetzt sind die Buchungen auf dem gleichen Stand wie 2011 zu dieser Zeit. Trümpfe hat die Region in Hülle und Fülle: «Wir müssen noch viel mehr an unserem Image arbeiten und unsere Vorzüge hervorheben. 17 blaue Umweltfahnen für unser wunderbares Meer machen uns zu Italiens Nummer eins!» Obwohl sie der nächsten Saison kritisch entgegen sieht, weiß sie aus Erfahrung: «Irgendwie schaffen wir es immer, mit gutem Willen und Fantasie werden wir auch dieses Mal eine Lösung finden.»   

RBR   

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