27.01.2012 0

Veranstaltungen: Heute eröffnet die Ausstellung von Marseilles Partnerstadt im Maison de l’Artisanat et des Métiers d’Art

Tonnenweise Design aus Hamburg

Insgesamt 55 Designer aus der Hansestadt stellen ihre Werke auf eine äußerst originelle Weise aus. "Ein Konzept für die Tonne" - mit diesem Auftrag haben die Kreativen sich an die Arbeit gemacht. Was daraus geworden ist, können Besucher bis 29. Februar in der Ausstellung «designexport. Hamburg on tour» im Maison de l’Artisanat et des Métiers d’Art in Marseille entdecken.

Designexport
Babette Peters, Direktorin von hamburgunddesign designxport brachte die kreativen Köpfe für die Ausstellung zusammen. Foto: Peter Hacker

Wenn eine Ausstellung auf Reisen geht, muss man sie verpacken. Aus dieser Notwendigkeit machten die Hamburger BFGF Design Studios ein Konzept: Sie entwarfen eine hellbraune, 92 Zentimeter hohe Tonne aus stabilem Pappkarton und luden 55 Hamburger Designer ein, jeweils ein Ausstellungsstück zu kreieren, um es anschließend in der Tonne nach Marseille zu schicken. Dort stehen sie nun, 55 Tonnen, aufgereiht im Erdgeschoss der Maison de l’Artisanat et des Métiers d’Art, und präsentieren einen so überraschenden wie spannenden Querschnitt durch Hamburger Designkunst, von Mode bis zu Webdesign.

«Die Ausstellung folgt einer Einladung, die von der Stadt Marseille im Vorfeld des 55. Bestehens der Städtepartnerschaft Hamburg-Marseille an uns herangetragen wurde», erklärt Babette Peters, Direktorin von hamburgunddesign°/ designxport. Also engagierte sie im Auftrag der Hamburger Kulturbehörde die BFGF Design Studios, die ihrerseits 55 Hamburger Designer einluden, für die Ausstellung kreativ zu werden.

Der besondere Kick dabei: «Wir wussten selbst nicht, was sich in den Tonnen befindet», erklärt Gerrit Kuhn von BFGF. «Bis wir in Marseille begonnen haben, die Tonnen zu öffnen und auszupacken.» Zum Vorschein kamen Textilien, Porzellan, Schmuck, Milchtüten, Stofftiere und – wie sollte es bei einer Designausstellung aus Deutschland auch anders sein – Etiketten für Bierflaschen. Doch auch Installationen oder das interaktive Projekt «Träumst du schon?» sind in Marseille zu sehen, bei dem Ausstellungsbesucher ihre Träume aufschreiben und anschließend in die Tonne werfen können. «Wir waren manchmal ganz schön überrascht, was so alles in eine Tonne passt», erzählt Kuhn. Beispielsweise präsentiert eine Modedesignerin ihre Textilien auf einer zimmerhohen Eisenkonstruktion.

Marseille und Hamburg sind seit 1958 in einer Städtepartnerschaft verbunden, die bereits zu zahlreichen wechselseitigen Ausstellungen und anderen kulturellen Veranstaltungen führte. Die Ausstellung  «designxport. Hamburg on tour» greift dem 55. Jubiläum der Städtepartnerschaft im kommenden Jahr voraus. Wie hamburgunddesign°-Direktorin Peters erklärte, werde die Schau nach Marseille weitere Städte besuchen und auch in Hamburg zu sehen sein. Dort werde im kommenden Jahr auch eine Designausstellung aus Marseille erwartet. Schließlich verfügt Marseille mit ihrer École supérieure de l’art et de design Marseille-Méditerrannée über eine der renommiertesten Kunsthochschulen Frankreichs.

Wann genau die Marseiller «Gegenausstellung» zu sehen sein wird, hänge allerdings davon ab, wann das neue Hamburger Designzentrum «designxport» am Hamburger Hafen fertiggestellt sei. Bereits jetzt sind – parallel zu «designxport. Hamburg on tour» im ersten Stock der Maison de l’Artisanat et des Métiers d’Art ausgewählte Arbeiten der Marseiller Kunststudenten zu sehen.

Die Ausstellung «designxport. Hamburg on tour» ist bis einschließlich 29. Februar in der Maison de l’Artisanat et des Métiers d’Art, 21 cours d’Estienne d’Orves, zu sehen, dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 13 bis 18, samstags von 13 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

Peter Hacker

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