23.02.2012 0

RCZ-Serie: Traum-Immobilien

Eze – sogar im Sommer ruhig

In der RCZ-Serie «Traum-Immobilien» stellt Carolyn Reynier monatlich einen der Orte zwischen Nizza und der italienischen Grenze vor. Im Fokus: Immobilienpreise und -Verfügbarkeiten sowie Insider-Tipps für künftige Besitzer. Diesen Monat: Eze Bord de Mer.

Villa
Blick von einer renovierten 200 Quadratmeter großen Villa, gelegen im hügeligen Hinterland von Eze Bord de Mer. Mit 450-Quadratmeter-Grundstück, großem Sonnendach mit Panoramablick. Preis: 2,65 Millionen Euro Preis: 2,65 Millionen Euro Foto: Agence Bristo

Der große Vorteil von sonnigen Küstenorten besteht darin, dass sie meistens mit dem Zug gut zu erreichen sind. Die Fahrt kann durchaus zu den schönsten der Welt gehören, wie die Verbindung entlang der Küste im Osten Nizzas. Lust auf einen Abstecher nach Eze? Das ist unser nächster Ort in dieser Reihe.

Eze Bord de Mer wird durch die Eisenbahnlinie in zwei Bereiche geteilt. Im Süden verläuft ein schmaler Streifen mit Eigenheimen direkt am Wasser (pieds dans l’eau). Nördlich schmiegen sich die Villen an den Hang – eine ruhige Lage selbst in den trubeligen Sommermonaten. Der Ort verfügt über einige Geschäfte, ist aber nicht zu lebhaft. Genau darin liegt der Charme von Eze.

«Bis jetzt hat die Finanzkrise keine Auswirkung auf die Preise der Immobilien», sagt Mark Turrini von der Agentur de la Gare, die zur Nicolas Pisani Group gehört. «Einen Engpass an Objekten, die auf den Markt kommen, können wir jedenfalls nicht feststellen. Doch die Eigentümer erwarten weiterhin hohe Preise, und es gibt wenig Abnehmer.»

Wohnungen direkt am Meer kosten rund 10 000 bis 15 000 Euro pro Quadratmeter (Zwei- bis Vier-Zimmer-Appartements). Für größere Anwesen ist der Quadratmeterpreis gleich viel höher, und das Angebot ist groß. «So gibt es zum Beispiel eine Villa, die nicht offiziell auf dem Markt ist, doch die Eigentümer wollen dafür 30 Millionen Euro», erzählt der Immobilienexperte und fährt fort: «Sie ist vielleicht halb so viel wert, doch das muss nichts heißen. Wenn es dafür einen Kunden gibt, einen Russen vielleicht, der dieses Objekt erwerben will, dann wird er es tun.»

Bauland gibt es so gut wie gar nicht mehr, doch man kann noch Häuser finden, die zu renovieren sind. «Wir haben ein Objekt für 1,4 Millionen Euro, an dem noch einiges zu tun ist», sagt Nicolas Pisani, «aber es ist zu teuer und wurde bisher nicht verkauft. Es hängt von der Größe ab und dem Potenzial, das ist sehr unterschiedlich. Alles was ich dazu sagen kann, ist: wir haben zurzeit eine Reihe von Häusern im Angebot und sie verkaufen sich nicht. Um einige Indikatoren für den aktuellen Marktwert zu haben, müssen wir sehen, was wir absetzen können und zu welchem Preis», so der Fachmann.

Die Spanne zwischen dem, was der Verkäufer erzielen möchte und was der tatsächlich erhält, sei riesig. «Im letzten Jahr wurde ein renovierungsbedürftiges 150-Quadratmeter-Haus noch für 550 000 Euro verkauft. Eine vollständig instandgesetzte 200-Quadratmeter Villa mit Pool brachte mehr als vier Millionen Euro, der Käufer zahlte 30 Prozent mehr, als sie wert war», sagt Mark Turrini. «Doch für diesen Kunden waren vier Millionen Euro vielleicht so viel wie vier Euro für unsereins.»

Wenn Immobilien in Eze Bord de Mer den Besitzer wechseln, handelt es sich meistens um ausländische Kunden, insbesondere aus Russland. «Es sind heute deutlich weniger britische Käufer, da die Villen  einfach zu teuer sind, doch es gibt noch einige Italiener und Nordeuropäer. Die Häuser werden häufig als Zweitwohnsitz genutzt und nicht als Investition zur Erzielung von Mieteinnahmen. Zu diesen Preisen ist es meistens zum Vergnügen», so Turrini.

CR/SSE

 

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